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Auf die Ohren: Englische Podcasts

Zum Thema Wissenschaft und Medizin und überhaupt zu allen anderen Themen auch gibt es natürlich unzählige Podcasts auf Englisch. Das sind meine derzeitigen Favoriten:

Science In Action ist ein wöchentlicher Podcast der BBC. Hier werden die neusten Entwicklungen in der Wissenschaft auf der ganzen Welt vorgestellt, dazu gibt es immer ein kurzes Interview mit einem entsprechenden Experten. Betonung liegt auf „weltweit“, also ist das auch eine prima Übung, sich in verschiedene Akzente von Muttersprachlern und Nicht-Muttersprachlern einzuhören.

Discovery erscheint ebenfalls wöchentlich bei der BBC. Hier wird immer nur ein Thema ausführlich behandelt, teilweise in mehreren Episoden. Die Themenliste reicht von Astronomie über Genetik bis hin zur Verkehrsplanung. Sehr schön aufbereitet, gut zu verstehen und richtig interessant.

Nature Podcast ist, wer hätte das gedacht, der Podcast der Zeitschrift Nature. Auch hier werden aktuelle Wissenschaftsthemen aus der ganzen Welt in kurzen Beiträgen vorgestellt. Vielseitig und kurzweilig.

Science Magazine Podcast: Ein weiterer Podcast einer Zeitschrift, des Science Magazine nämlich. So ähnlich wie Nature Podcast, aber mit amerikanischem Akzent. Interessante Themenauswahl, immer etwas Medizin dabei. Sehr zu empfehlen!

Science Friday ist eine wöchentliche amerikanische zweistündige Radiosendung, die auf jeweils zwei Podcasts aufgeteilt wird. Zu den vorgestellten Themen werden Experten ausführlich interviewt und Zuschaueranrufe entgegengenommen. Das Radioformat finde ich etwas gewöhnungsbedürftig (ist mir oft einen Tick zu fröhlich), aber es sind immer wieder interessante Themen dabei, Reinhören lohnt sich auf jeden Fall.

Und was hört ihr gern so an englischen Podcasts? Von 6 Minute English habe ich in den Kommentaren schon gelesen, was gibt es denn sonst noch? Auch bei den französischen und japanischen Podcasts sind weitere heiße Tipps natürlich sehr gern gesehen, nur zu!

(269 Wörter)

 
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Geschrieben von am 20. Februar 2012 in Biologie, Medizin, Weiterbildung

 

Auf die Ohren: Französische Podcasts

Teil 2 meiner kleinen Weiterbildungs-Reihe: meine liebsten Podcasts auf Französisch.

Futura Science Hebdo ist ein kurzer, wöchentlich erscheinender Überblick über die neusten Nachrichten aus Wissenschaft und Forschung. Es werden kurze Beiträge zu einzelnen Schlagzeilen vorgelesen, weitere Hintergrundinformationen findet man auf der dazugehörigen Website. Kurz und knackig, passt gut zu 300 words. :)

Podcast Science Ein Podcast von Schweizer Wissenschafts-Laien, in dem jede Woche ein anderes Thema vorgestellt wird, und zwar in Form eines Referats. Das hat einen gewissen Uni-Charme und manchmal ist auch die mündliche Darbietung etwas anstrengend (einen richtig guten Redner habe ich dort jedenfalls noch nicht gehört), aber die Themen sind abwechslungsreich und interessant und werden auch schön verständlich dargestellt.

Continent Sciences ist ein einstündiger Podcast des französischen Radiosenders France Culture. Klingt anspruchsvoll? Ist es auch. Manchmal geht es um sehr spezielle Themen von zweifelhaftem Interesse für nichtfranzösische Wissenschaftsfans, etwa um nie gehörte französische Mathematiker (mehrfach!) oder um Rousseaus wenig bekannte Leidenschaft für die Chemie, aber oft sind die Themen interessant und werden in einem ausführlichen Interview mit dem jeweils geladenen Experten erörtert.

C’est pas du vent („Keine heiße Luft“) wird von Radio France International produziert und verdient schon wegen des originellen Namens eine Erwähnung. Dahinter verbirgt sich eine ganze Palette an Reportagen und Gesprächsrunden zu verschiedenen umweltbezogenen Themen. Sehr schön und professionell gemacht. Immer wieder spannend finde ich an RFI, dass der Fokus auf ganz anderen Ländern liegt als in den deutschen Medien und man auf diese Weise zum Beispiel jede Menge über verschiedene afrikanische Länder lernt. Unbedingt hörenswert!

Womit ich mein englisches Fachvokabular auf dem neusten Stand halte, verrate ich im nächsten Artikel.

(264 Wörter)

 
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Geschrieben von am 9. Februar 2012 in Medizin, Biologie, Weiterbildung

 

Auf die Ohren: Japanische Podcasts

Wie versprochen, eröffne ich mit diesem Artikel eine kleine Reihe über meine Lieblingspodcasts in 4 Sprachen zum Thema Wissenschaft und Medizin. Beginnen wir mit dem ganz Speziellen: japanischen Podcasts.

1. Science Podcast Genau genommen ein Portal, das täglich verschiedene Podcasts bereitstellt. Am besten gefällt mir die halbstündige Sendung des CoSTEP (Communicators in Science and Technology Education Program), in dem einige Studentinnen der Universität Hokkaido verschiedenen Themen nachgehen. Frauen verstehe ich ohnehin besser als Männer (aus mehreren Gründen, zu Männer- und Frauensprache folgt vielleicht mal ein eigener Beitrag), und diese jungen Damen erklären das jeweilige Thema sehr ausführlich und kurzweilig.

2. Digital Imushitsu he yôkoso (Willkommen im digitalen Sprechzimmer) In einer Art Gesprächsrunde mit einem Arzt werden alltägliche medizinische Themen behandelt, die u. a. von Hörerinnen und Hörern eingeschickt wurden. Auch hier werden die Sachverhalte schön allgemeinverständlich dargestellt, etwa der Unterschied zwischen Noro- und Rotaviren.

3. Planet green Podcast In diesem Podcast geht es um Outdoor-Sportarten, Reisen und Natur. Der Moderator Robert Harris (trotz des unwahrscheinlichen Namens ein waschechter Japaner, na ja, zu drei Vierteln jedenfalls) interviewt in jeder Sendung eine/n Sportler/in, erzählt von seinen Reisen um den Erdball und beantwortet Zuhörerfragen. Sympathisches kleines Podcast, wo sonst lernt man japanische Segler, Triathletinnen oder Freeclimbing-Meisterinnen kennen? (Wird übrigens leider nicht fortgeführt, aber da es nicht um tagesaktuelle Themen geht, dürften die 28 Folgen im Archiv den meisten wohl erst mal reichen.)

4. Meriken! Sakkuri Drama! Mein vierter Lieblingspodcast hat gar nichts mit Wissenschaft zu tun, sondern ist eine sehr gut produzierte Hörspielreihe. Ein Hörspiel besteht aus mehreren Folgen, die wöchentlich ausgestrahlt werden, das Genre wechselt (SciFi, typisch japanische Geistergeschichten, Krimi …). Richtig unterhaltsam und gut verständlich, sehr zu empfehlen!

Next up: meine liebsten französischsprachigen Podcasts.

(277 Wörter)

 
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Geschrieben von am 2. Februar 2012 in Biologie, Japanisch, Medizin, Weiterbildung

 

Man höre und staune

Als Übersetzerin lernt man ja bekanntlich nie aus. Die tägliche Arbeit allein ist schon eine stetige Weiterbildung in sich, aber je nach Fachgebiet reicht das oft nicht. Nein, ich korrigiere: Wer sich nicht aktiv darum bemüht, in seinem Fachgebiet, ob nun Medizin, Europarecht, KFZ-Technik oder Wirtschaft, auf dem neusten Stand zu bleiben, der verliert schnell den Anschluss und damit die Möglichkeit, sich nicht nur als Sprachexperte, sondern auch als SpezialistIn in diesem Fachgebiet zu profilieren.

Wie man das erreicht? Zum einen bieten die großen Übersetzerverbände (BDÜ, ADÜ Nord, Aticom, VdÜ etc.) immer mehr Seminare an, die erfreulicherweise ein immer breiteres Spektrum an Spezialisierungen abdecken. Da muss man natürlich etwas Zeit und auch Geld investieren, aber ich persönlich bin schon allein wegen des Netzwerkeffekts ein großer Fan solcher Seminare. Je spezieller, desto besser. Es lohnt sich übrigens auch, sich über den Tellerrand hinaus in seinem Fachgebiet mal umzusehen – im letzten Jahr war ich beispielsweise bei der Bionnale und bei einer Weiterbildungsveranstaltung für Labortechniker, beides kostenlos und sehr interessant.

Eine weitere Möglichkeit ist das Lesen von Blogs, Artikeln etc. im jeweiligen Fachgebiet, und zwar in der bzw. den Fremdsprache(n) und in der Muttersprache. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, up to date zu bleiben, allerdings fehlt mir dafür meist die Zeit und es bleibt bei den guten Vorsätzen.

Kürzlich habe ich etwas Neues für mich entdeckt: Podcasts! Über den iTunes Store findet man jede Menge Gratis-Podcasts zu allen möglichen Themen, in meinem Fall beispielsweise zu Wissenschaft und Medizin, und das in einer atemberaubenden Vielzahl von Sprachen. Das Gute: Ich muss mir dafür nicht extra Zeit nehmen, sondern höre nun Podcasts beim Radfahren, Zum-Bus-Laufen, Wäscheaufhängen etc. Super Sache!

Ich bin so begeistert davon, dass ich in den nächsten Artikeln meine Lieblingspodcasts in meinen Arbeitssprachen vorstellen werde, vielleicht nützt es ja jemandem. :)

(299 Wörter)

 
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Geschrieben von am 30. Januar 2012 in Übersetzeralltag, Weiterbildung

 

Dienstleister

„Wissen Sie, wir verstehen uns eben als Dienstleister“, schrieb mir neulich eine Kundin, die Inhaberin einer kleinen Übersetzungsagentur. Ich hatte einen Miniauftrag im Wert von gnadenlosen 30 Euro für sie erledigt, bei dem es anschließend noch Änderungen („ach, die Rückseite war gar nicht aktuell, hier ist die richtige“) und Sonderwünsche („bitte in einem A4-Kuvert mit steifem Rücken schicken, sonst knickt es so“) gab. Unser aller Lieblingsaufträge, fummelig und unrentabel. Natürlich erfüllte ich letztendlich alle Wünsche, schlug aber im Gegenzug vor, ihre Endkundin könne solche Miniaufträge ja sammeln und mir einmal im Monat mehrere schicken statt einzeln im Abstand von einigen Tagen, um den Verwaltungsaufwand auf beiden Seiten möglichst gering zu halten. Daraufhin kam die eingangs zitierte Äußerung – sie wollte damit sagen, dass sie es aufgegeben haben, mit Kunden über mögliche und unmögliche Forderungen zu diskutieren, sondern nur noch lächeln, nicken und es irgendwie erledigen.

Ist tatsächlich das und nichts anderes wahre Dienstleistung? Auch ich verstehe mich schließlich als Dienstleisterin, deren oberste Priorität darin liegt, ihre Kunden zufriedenzustellen. Trotzdem gibt es für mich Grenzen. Ich füge mich gern in übergeordnete Arbeitsabläufe ein, wenn ich sie vorher kenne, aber ich lege nicht grundsätzlich Sonderschichten ein, um schlechte Planung oder Versäumnisse des Kunden auszugleichen. Natürlich helfe ich auch mal aus, wenn es brennt, dann aber gegen einen entsprechenden Zuschlag. Für meine Lieblingskunden reiße ich mir auch gern mal das eine oder andere Bein aus, aber sie sind gerade deswegen meine Lieblingskunden, weil sie es auch honorieren. Ich bin absolut für Kundenservice, aber deswegen degradiere ich mich nicht selbst zur Befehlsempfängerin.

Die Sache mit den steifen Kuverts, die ja das dreifache Porto kosten, habe ich übrigens folgendermaßen gelöst: Ich verschicke alle beglaubigten Übersetzungen ab jetzt in solchen Kuverts und erhöhe dafür etwas die Pauschalpreise, um die Mehrkosten aufzufangen. Win-win!

(295 Wörter)

 
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Geschrieben von am 19. Januar 2012 in Übersetzeralltag, Unternehmeralltag

 

2011 in diesem Blog

Mein Blogjahr in Zahlen. Hübsch aufbereitet, findet ihr nicht?

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Ein New York City U-Bahnzug faßt 1,200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 4.900 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

 
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Geschrieben von am 1. Januar 2012 in Uncategorized

 

Lecker alleine reicht nicht.

Wie schon mehrfach erwähnt, war ich vor kurzem auf einem Fortbildungsseminar in Heidelberg. Abends trafen wir uns in geselliger Runde zum Abendessen in einem sehr hübschen Restaurant. Etwas schwer zu finden, aber gemütlich und mit Extraraum nur für uns. So weit, so gut.

Man hatte eine spezielle, reduzierte Karte für uns ausgelegt – verständlich bei rund 30 Personen. Das Problem war, dass wir trotzdem geschlagene anderthalb Stunden und mehr auf unser Essen warten mussten. Als es dann kam, war es zwar wirklich lecker, aber trotzdem verließen wir das Lokal insgesamt recht ungehalten, weil der Abend einfach nicht zufriedenstellend verlaufen war. Es gab auch keine wie immer geartete Entschädigung für die lange Wartezeit, obwohl mehrere Kolleginnen das explizit vorschlugen. Der Chef war nämlich schon gegangen.

Ich weiß nicht, wie es der geneigten Leserschaft geht, aber mir fallen da sofort gewisse Parallelen zum Freiberuflertum auf oder, konkreter, zum Dasein als „Sprachdienstleister/in“, wie es neudeutsch so schön heißt.

  • Schwer zu finden sollte man am besten nicht sein, sonst bleibt man ein Geheimtipp und muss sich auf Mundpropaganda verlassen. Das funktioniert aber nur, wenn auch ein triftiger Grund besteht, so eine Empfehlung abzugeben.
  • Die nackte Leistung (hier das Essen, in meinem Fall die Übersetzung) ist nicht alles, worauf es ankommt. Wie gesagt, das Essen war toll, aber ich würde das Restaurant trotzdem nicht weiterempfehlen. Ab und zu sollte man sich also fragen, ob das Drumherum auch stimmt und den Kunden glücklich macht. Wie kommuniziere ich mit meinen Kunden? Halte ich Lieferzeiten ein oder liefere gelegentlich sogar früher? Wie löse ich auftretende Probleme – proaktiv oder eher durch Aussitzen? Kurzum: Fühlt der Kunde sich gut aufgehoben und versorgt?

Es heißt, dass die erfolgreichsten Freiberufler gar nicht immer die Besten ihres Fachs sind, sondern die mit dem besten Service. Ich kann mir gut vorstellen, dass das stimmt.

(299 Wörter)

 
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Geschrieben von am 22. Dezember 2011 in Übersetzeralltag, Unternehmeralltag

 

Sklaventreiber

Ich hatte ja vor einiger Zeit schon beschlossen, nicht mehr für die großen Umtüter zu arbeiten. Das war befreiend und fühlte sich gut an. Trotzdem erreichte mich vor etwa zwei Wochen die Rundmail eines solchen Ex-Kunden, in der die „Lieferanten“ über die Umstellung der Rechnungserfassung informiert wurden.

An sich nichts Spektakuläres. Ich habe schon von anderen Übersetzungsbüros Hinweise darauf bekommen, was auf die Rechnung gehört (einschließlich spezifischer Anforderungen wie Projektmanager oder Lieferantennummer, um die Bearbeitung zu beschleunigen) – die habe ich dankend zur Kenntnis genommen und bei der nächsten Rechnung geprüft, ob alle Angaben dabei waren.

In diesem Fall aber ging es nicht nur um Rechnungsdatum, Rechnungsnummer, Steuernummer und ähnlich allgemeine Dinge, sondern um ganz spezielle Wünsche Forderungen wie:

  • vor und hinter jeder Angabe muss ein Leerzeichen stehen
  • bei Sammelrechnungen muss die Auftragsnummer in einer Zeile mit den dazugehörigen Rechnungsbeträgen stehen
  • die verwendete Schriftart sollte Arial mit Schriftgröße 12 sein
  • die Rechnungsinformationen in schwarz drucken und farbige Hintergründe in den Textzeilen vermeiden

und dergleichen mehr. Und wehe, die Rechnung entspricht nicht diesen Vorgaben, dann käme es nämlich bei der Bearbeitung zu Verzögerungen des ohnehin schon sehr großzügigen Zahlungsziels von 60 Tagen netto.

Mal sehen, ob ich das richtig verstanden habe: Man setzt eine Software zum Einlesen der Rechnungen ein, um Mitarbeiter einzusparen und den eigenen Profit zu steigern, und verdonnert die „Lieferanten“ dazu, die Rechnungen ab sofort maschinenlesbar zu gestalten, sonst haben sie eben Pech und werden noch später bezahlt als ohnehin vorgesehen. Das verlangt man übrigens von denselben „Lieferanten“, denen man im Allgemeinen ungern mehr als 0,45 € pro Zeile bezahlt.

Also niedrigste Honorare plus totale Unterwerfung unter das Umtüter-System. Ich frage mich, ob die ihre „Lieferanten“ bald im Keller anketten.

(279 Wörter)

 
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Geschrieben von am 8. Dezember 2011 in Übersetzeralltag, Umtüter

 

Vogelwilde Wildvögel

Ich war ja schon immer ein echter Tierfan. Deshalb habe ich auch in diesem Jahr eine Ganzjahresfutterstelle für unsere Gartenvögel eingerichtet und freue mich immer, wenn ich dort seltene Gäste entdecke wie Eichelhäher oder Baumläufer.

Als ich letztes Wochenende in Heidelberg auf einem Fortbildungsseminar war und in der Pause vor die Tür trat, um frische Luft zu schnappen, hörte ich ganz eigenartiges Gekrächze aus einem Baum. Neugierig versuchte ich, den Urheber ausfindig zu machen, und war sehr überrascht, als ich in den kahlen Ästen einen, nein, zwei, nein, ziemlich viele grasgrüne Vögel mit langen Schwänzen entdeckte! Wie sich herausstellte, handelte es sich um Sittiche, genauer gesagt um den Kleinen Alexandersittich oder auch Halsbandsittich (Psittacula krameri), die wohl irgendwann mal aus der Gefangenschaft geflohen sind und sich in Heidelberg offenbar pudelwohl fühlen. In den Bäumen vor dem Hauptbahnhof sitzen sie zu Dutzenden, wenn nicht zu Hunderten, und veranstalten ein Heidenspektakel, das habe ich auf der Rückreise selbst erleben können.

Kollegin Miriam war von dem Phänomen weniger überrascht als ich, weil es in Köln ebenfalls eine wilde Sittichpopulation gibt. Auch in Wiesbaden, Worms, Stuttgart und Hamburg leben Alexandersittiche. In einigen Nachbarländern (Niederlande, Belgien und Österreich) brüten sie ebenfalls, in Großbritannien sogar schon seit über 100 Jahren.

Wo kommen sie aber her und warum machen ihnen die kalten Winter nichts aus? Die erste Frage ist nicht mit Sicherheit zu beantworten; da sie ursprünglich aus Asien und Afrika stammen und keine Langstreckenflieger sind, geht man davon aus, dass es sich um Nachkommen von Gefangenschaftsflüchtlingen handelt. In ihrer eigentlichen Heimat erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet über verschiedene Klima- und Höhenzonen, deswegen wird es ihnen hier wohl auch im Winter nicht zu kalt.

Jedenfalls war es ein tolles Erlebnis, Sittiche mal in freier Wildbahn zu erleben. Wer noch mehr wissen will, findet hier weitere Informationen.

(296 Wörter)

 
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Geschrieben von am 17. November 2011 in Alltag, Biologie

 

Seminarfieber

Hach, Seminare. Ich liebe Seminare. Manche behaupten, ich übertreibe es ein wenig mit der Weiterbildung, aber ich finde, man kann gar nicht genug lernen. Klar, als Übersetzerin lernt man natürlich ohnehin ständig dazu. In jedem Arbeitstext stehen Dinge, die man vorher nicht wusste und die man entsprechend recherchieren muss. Es gibt ja auch KollegInnen, die deswegen Fortbildungsseminare unnötig finden.

Ach, wenn die wüssten, was ihnen entgeht! Es ist ja nicht nur so, dass man Neues lernt – obwohl das natürlich unweigerlich der Fall ist, wenn es nicht völlig schiefläuft –, viel wichtiger finde ich eigentlich, dass man dort so viele nette Menschen trifft, die denselben Beruf haben wie man selbst und doch alle ganz unterschiedlich arbeiten, andere Erfahrungen haben, sich anders organisieren – kurz, von denen man selbst so viel lernen kann. Wo sonst kann man den ganzen Abend lang über den Berufsalltag reden, ohne sein Gegenüber zu langweilen? Nicht, dass Übersetzer keine anderen Themen hätten als die Arbeit, aber manchmal fehlt der Einzelkämpferin am einsamen Schreibtisch doch die Möglichkeit zum Austausch mit Menschen, die ohne lange Erklärungen wissen, wovon sie redet.

Gut, für den reinen Austausch gibt es auch Stammtische. Seminare haben aber den Vorteil, dass sich dort KollegInnen aus ganz Deutschland und teilweise sogar aus einigen Nachbarländern tummeln – eine wunderbare Gelegenheit, sein Netzwerk zu erweitern, und das je nach Seminarthema oft auch noch im eigenen Fachgebiet.

Ich habe aus dem BDÜ-Seminar zur Anatomie für medizinische Übersetzer, auf dem ich an diesem Wochenende war, jedenfalls wieder viele interessante Fakten, Eindrücke und Erfahrungen mitgenommen. Ich weiß nicht, ob ich wirklich jemals für eine Übersetzung wissen muss, wie man eine laparoskopische Cholezystektomie vornimmt (das Video habe ich gesehen!), aber auf jeden Fall weiß ich jetzt, wo die Milz sitzt. Und dass es in Heidelberg wilde Sittiche gibt. Aber davon später mehr.

(298 Wörter)

 
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Geschrieben von am 14. November 2011 in Übersetzeralltag, Medizin, Weiterbildung

 
 
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