Es gibt noch eine Agentur, für die ich gerne arbeite, obwohl sie zu den Großen gehört: mt-g, nach eigenen Angaben das „europaweit führende Unternehmen für Übersetzungsdienstleistungen und Globales Informationsmanagement exklusiv für die Medizin“. Ich hatte mich dort nicht etwa beworben, sondern wurde regelrecht angeworben – eines Tages bekam ich eine Mail, in der man mich zur Zusammenarbeit einlud und fragte, ob ich willens sei, eine Probeübersetzung anzufertigen. Da die Probe einen vernünftigen Umfang hatte (für mich sind das – Achtung – rund 300 Wörter), war ich einverstanden, fand aber zunächst keine Zeit dafür. Man blieb jedoch am Ball, fragte immer wieder höflich an, bis ich die Probeübersetzung schließlich einschieben konnte und abschickte. Die Qualität überzeugte, man freute sich auf die Zusammenarbeit und seither bekomme ich tatsächlich immer wieder interessante Projekte über mt-g.
Der Nachteil eines so großen Unternehmens ist natürlich die große Anzahl verschiedener Projektmanager/innen, mit denen man es zu tun hat. Ich pflege auch im Berufsalltag gerne persönliche Beziehungen, wenn die Kontakte schon ohnehin überwiegend virtuell stattfinden. Entsprechend komme ich mit einigen PM auch besser klar als mit anderen, aber diese Unterschiede sind wirklich nur marginal. Insgesamt arbeiten nach meinem Eindruck dort sehr fähige Leute, die bei Problemen schnell und kompetent weiterhelfen.
Den Stein im Brett verdienten sie sich übrigens durch einen Auftrag, der die Übersetzung mehrerer englischer und japanischer Handbücher umfasste. Ob man es glaubt oder nicht – das war die erste Agentur, die mir eine Analyse der japanischen Dokumente mitschickte und sie mir nicht unkommentiert vor den Latz knallte mit der lakonischen Bitte, ein Angebot zu erstellen. So hatte ich eine vernünftige Berechnungsgrundlage und brauchte für das Angebot 10 Minuten. Geht also doch!
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