Über „Sinn machen“ hatte ich mich ja schon ausgelassen. Es gibt da aber noch so eine Formulierung, die mir die Zehennägel aufrollt: die gute/schöne Zeit. Erst hörte man das ja nur in schlampig synchronisierten Fernsehserien, wenn eine Darstellerin der anderen so etwas erzählte wie: „Ich war neulich mit Jack auf den Bahamas, das war toll! Wir hatten eine echt gute Zeit da.“ Aber in letzter Zeit höre ich das immer häufiger auch in deutschen Serien oder gar von echten Menschen, die mir doch allen Ernstes eine „schöne Zeit“ wünschen, wenn ich beispielsweise von einem bevorstehenden Urlaub erzähle.
Hallo? Was ist denn aus dem guten alten „Viel Spaß!“ oder „Erhol dich gut!“ geworden? Natürlich kann man sagen: „Wir haben eine wunderschöne Zeit in Portugal verbracht“, das ist standardsprachlich und korrekt. Aber bitte, bitte kommt mir doch nicht mit Formulierungen wie „Wir hatten da ’ne tolle Zeit“ oder „Ich wünsche dir eine schöne Zeit auf den Bahamas“ – sagt doch wieder „Es war richtig toll da“ oder „Wir hatten jede Menge Spaß da“ und wünscht mir lieber einen „schönen Urlaub“. Bitte.
Vielleicht bin ich da ja auch zu empfindlich. Aber mit den sprachlichen Zehenaufrollern ist es wie mit dem Messerquietschen auf dem Teller – manchen macht das nichts aus, andere gehen die Wände hoch. Ich kriege davon Ausschlag.
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