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Man höre und staune

Als Übersetzerin lernt man ja bekanntlich nie aus. Die tägliche Arbeit allein ist schon eine stetige Weiterbildung in sich, aber je nach Fachgebiet reicht das oft nicht. Nein, ich korrigiere: Wer sich nicht aktiv darum bemüht, in seinem Fachgebiet, ob nun Medizin, Europarecht, KFZ-Technik oder Wirtschaft, auf dem neusten Stand zu bleiben, der verliert schnell den Anschluss und damit die Möglichkeit, sich nicht nur als Sprachexperte, sondern auch als SpezialistIn in diesem Fachgebiet zu profilieren.

Wie man das erreicht? Zum einen bieten die großen Übersetzerverbände (BDÜ, ADÜ Nord, Aticom, VdÜ etc.) immer mehr Seminare an, die erfreulicherweise ein immer breiteres Spektrum an Spezialisierungen abdecken. Da muss man natürlich etwas Zeit und auch Geld investieren, aber ich persönlich bin schon allein wegen des Netzwerkeffekts ein großer Fan solcher Seminare. Je spezieller, desto besser. Es lohnt sich übrigens auch, sich über den Tellerrand hinaus in seinem Fachgebiet mal umzusehen – im letzten Jahr war ich beispielsweise bei der Bionnale und bei einer Weiterbildungsveranstaltung für Labortechniker, beides kostenlos und sehr interessant.

Eine weitere Möglichkeit ist das Lesen von Blogs, Artikeln etc. im jeweiligen Fachgebiet, und zwar in der bzw. den Fremdsprache(n) und in der Muttersprache. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, up to date zu bleiben, allerdings fehlt mir dafür meist die Zeit und es bleibt bei den guten Vorsätzen.

Kürzlich habe ich etwas Neues für mich entdeckt: Podcasts! Über den iTunes Store findet man jede Menge Gratis-Podcasts zu allen möglichen Themen, in meinem Fall beispielsweise zu Wissenschaft und Medizin, und das in einer atemberaubenden Vielzahl von Sprachen. Das Gute: Ich muss mir dafür nicht extra Zeit nehmen, sondern höre nun Podcasts beim Radfahren, Zum-Bus-Laufen, Wäscheaufhängen etc. Super Sache!

Ich bin so begeistert davon, dass ich in den nächsten Artikeln meine Lieblingspodcasts in meinen Arbeitssprachen vorstellen werde, vielleicht nützt es ja jemandem. :)

(299 Wörter)

 
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Geschrieben von - 30. Januar 2012 in Übersetzeralltag, Weiterbildung

 

Dienstleister

„Wissen Sie, wir verstehen uns eben als Dienstleister“, schrieb mir neulich eine Kundin, die Inhaberin einer kleinen Übersetzungsagentur. Ich hatte einen Miniauftrag im Wert von gnadenlosen 30 Euro für sie erledigt, bei dem es anschließend noch Änderungen („ach, die Rückseite war gar nicht aktuell, hier ist die richtige“) und Sonderwünsche („bitte in einem A4-Kuvert mit steifem Rücken schicken, sonst knickt es so“) gab. Unser aller Lieblingsaufträge, fummelig und unrentabel. Natürlich erfüllte ich letztendlich alle Wünsche, schlug aber im Gegenzug vor, ihre Endkundin könne solche Miniaufträge ja sammeln und mir einmal im Monat mehrere schicken statt einzeln im Abstand von einigen Tagen, um den Verwaltungsaufwand auf beiden Seiten möglichst gering zu halten. Daraufhin kam die eingangs zitierte Äußerung – sie wollte damit sagen, dass sie es aufgegeben haben, mit Kunden über mögliche und unmögliche Forderungen zu diskutieren, sondern nur noch lächeln, nicken und es irgendwie erledigen.

Ist tatsächlich das und nichts anderes wahre Dienstleistung? Auch ich verstehe mich schließlich als Dienstleisterin, deren oberste Priorität darin liegt, ihre Kunden zufriedenzustellen. Trotzdem gibt es für mich Grenzen. Ich füge mich gern in übergeordnete Arbeitsabläufe ein, wenn ich sie vorher kenne, aber ich lege nicht grundsätzlich Sonderschichten ein, um schlechte Planung oder Versäumnisse des Kunden auszugleichen. Natürlich helfe ich auch mal aus, wenn es brennt, dann aber gegen einen entsprechenden Zuschlag. Für meine Lieblingskunden reiße ich mir auch gern mal das eine oder andere Bein aus, aber sie sind gerade deswegen meine Lieblingskunden, weil sie es auch honorieren. Ich bin absolut für Kundenservice, aber deswegen degradiere ich mich nicht selbst zur Befehlsempfängerin.

Die Sache mit den steifen Kuverts, die ja das dreifache Porto kosten, habe ich übrigens folgendermaßen gelöst: Ich verschicke alle beglaubigten Übersetzungen ab jetzt in solchen Kuverts und erhöhe dafür etwas die Pauschalpreise, um die Mehrkosten aufzufangen. Win-win!

(295 Wörter)

 
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Geschrieben von - 19. Januar 2012 in Übersetzeralltag, Unternehmeralltag

 

2011 in diesem Blog

Mein Blogjahr in Zahlen. Hübsch aufbereitet, findet ihr nicht?

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Ein New York City U-Bahnzug faßt 1,200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 4.900 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

 
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Geschrieben von - 1. Januar 2012 in Uncategorized

 

Lecker alleine reicht nicht.

Wie schon mehrfach erwähnt, war ich vor kurzem auf einem Fortbildungsseminar in Heidelberg. Abends trafen wir uns in geselliger Runde zum Abendessen in einem sehr hübschen Restaurant. Etwas schwer zu finden, aber gemütlich und mit Extraraum nur für uns. So weit, so gut.

Man hatte eine spezielle, reduzierte Karte für uns ausgelegt – verständlich bei rund 30 Personen. Das Problem war, dass wir trotzdem geschlagene anderthalb Stunden und mehr auf unser Essen warten mussten. Als es dann kam, war es zwar wirklich lecker, aber trotzdem verließen wir das Lokal insgesamt recht ungehalten, weil der Abend einfach nicht zufriedenstellend verlaufen war. Es gab auch keine wie immer geartete Entschädigung für die lange Wartezeit, obwohl mehrere Kolleginnen das explizit vorschlugen. Der Chef war nämlich schon gegangen.

Ich weiß nicht, wie es der geneigten Leserschaft geht, aber mir fallen da sofort gewisse Parallelen zum Freiberuflertum auf oder, konkreter, zum Dasein als „Sprachdienstleister/in“, wie es neudeutsch so schön heißt.

  • Schwer zu finden sollte man am besten nicht sein, sonst bleibt man ein Geheimtipp und muss sich auf Mundpropaganda verlassen. Das funktioniert aber nur, wenn auch ein triftiger Grund besteht, so eine Empfehlung abzugeben.
  • Die nackte Leistung (hier das Essen, in meinem Fall die Übersetzung) ist nicht alles, worauf es ankommt. Wie gesagt, das Essen war toll, aber ich würde das Restaurant trotzdem nicht weiterempfehlen. Ab und zu sollte man sich also fragen, ob das Drumherum auch stimmt und den Kunden glücklich macht. Wie kommuniziere ich mit meinen Kunden? Halte ich Lieferzeiten ein oder liefere gelegentlich sogar früher? Wie löse ich auftretende Probleme – proaktiv oder eher durch Aussitzen? Kurzum: Fühlt der Kunde sich gut aufgehoben und versorgt?

Es heißt, dass die erfolgreichsten Freiberufler gar nicht immer die Besten ihres Fachs sind, sondern die mit dem besten Service. Ich kann mir gut vorstellen, dass das stimmt.

(299 Wörter)

 
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Geschrieben von - 22. Dezember 2011 in Übersetzeralltag, Unternehmeralltag

 

Sklaventreiber

Ich hatte ja vor einiger Zeit schon beschlossen, nicht mehr für die großen Umtüter zu arbeiten. Das war befreiend und fühlte sich gut an. Trotzdem erreichte mich vor etwa zwei Wochen die Rundmail eines solchen Ex-Kunden, in der die „Lieferanten“ über die Umstellung der Rechnungserfassung informiert wurden.

An sich nichts Spektakuläres. Ich habe schon von anderen Übersetzungsbüros Hinweise darauf bekommen, was auf die Rechnung gehört (einschließlich spezifischer Anforderungen wie Projektmanager oder Lieferantennummer, um die Bearbeitung zu beschleunigen) – die habe ich dankend zur Kenntnis genommen und bei der nächsten Rechnung geprüft, ob alle Angaben dabei waren.

In diesem Fall aber ging es nicht nur um Rechnungsdatum, Rechnungsnummer, Steuernummer und ähnlich allgemeine Dinge, sondern um ganz spezielle Wünsche Forderungen wie:

  • vor und hinter jeder Angabe muss ein Leerzeichen stehen
  • bei Sammelrechnungen muss die Auftragsnummer in einer Zeile mit den dazugehörigen Rechnungsbeträgen stehen
  • die verwendete Schriftart sollte Arial mit Schriftgröße 12 sein
  • die Rechnungsinformationen in schwarz drucken und farbige Hintergründe in den Textzeilen vermeiden

und dergleichen mehr. Und wehe, die Rechnung entspricht nicht diesen Vorgaben, dann käme es nämlich bei der Bearbeitung zu Verzögerungen des ohnehin schon sehr großzügigen Zahlungsziels von 60 Tagen netto.

Mal sehen, ob ich das richtig verstanden habe: Man setzt eine Software zum Einlesen der Rechnungen ein, um Mitarbeiter einzusparen und den eigenen Profit zu steigern, und verdonnert die „Lieferanten“ dazu, die Rechnungen ab sofort maschinenlesbar zu gestalten, sonst haben sie eben Pech und werden noch später bezahlt als ohnehin vorgesehen. Das verlangt man übrigens von denselben „Lieferanten“, denen man im Allgemeinen ungern mehr als 0,45 € pro Zeile bezahlt.

Also niedrigste Honorare plus totale Unterwerfung unter das Umtüter-System. Ich frage mich, ob die ihre „Lieferanten“ bald im Keller anketten.

(279 Wörter)

 
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Geschrieben von - 8. Dezember 2011 in Übersetzeralltag, Umtüter

 

Vogelwilde Wildvögel

Ich war ja schon immer ein echter Tierfan. Deshalb habe ich auch in diesem Jahr eine Ganzjahresfutterstelle für unsere Gartenvögel eingerichtet und freue mich immer, wenn ich dort seltene Gäste entdecke wie Eichelhäher oder Baumläufer.

Als ich letztes Wochenende in Heidelberg auf einem Fortbildungsseminar war und in der Pause vor die Tür trat, um frische Luft zu schnappen, hörte ich ganz eigenartiges Gekrächze aus einem Baum. Neugierig versuchte ich, den Urheber ausfindig zu machen, und war sehr überrascht, als ich in den kahlen Ästen einen, nein, zwei, nein, ziemlich viele grasgrüne Vögel mit langen Schwänzen entdeckte! Wie sich herausstellte, handelte es sich um Sittiche, genauer gesagt um den Kleinen Alexandersittich oder auch Halsbandsittich (Psittacula krameri), die wohl irgendwann mal aus der Gefangenschaft geflohen sind und sich in Heidelberg offenbar pudelwohl fühlen. In den Bäumen vor dem Hauptbahnhof sitzen sie zu Dutzenden, wenn nicht zu Hunderten, und veranstalten ein Heidenspektakel, das habe ich auf der Rückreise selbst erleben können.

Kollegin Miriam war von dem Phänomen weniger überrascht als ich, weil es in Köln ebenfalls eine wilde Sittichpopulation gibt. Auch in Wiesbaden, Worms, Stuttgart und Hamburg leben Alexandersittiche. In einigen Nachbarländern (Niederlande, Belgien und Österreich) brüten sie ebenfalls, in Großbritannien sogar schon seit über 100 Jahren.

Wo kommen sie aber her und warum machen ihnen die kalten Winter nichts aus? Die erste Frage ist nicht mit Sicherheit zu beantworten; da sie ursprünglich aus Asien und Afrika stammen und keine Langstreckenflieger sind, geht man davon aus, dass es sich um Nachkommen von Gefangenschaftsflüchtlingen handelt. In ihrer eigentlichen Heimat erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet über verschiedene Klima- und Höhenzonen, deswegen wird es ihnen hier wohl auch im Winter nicht zu kalt.

Jedenfalls war es ein tolles Erlebnis, Sittiche mal in freier Wildbahn zu erleben. Wer noch mehr wissen will, findet hier weitere Informationen.

(296 Wörter)

 
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Geschrieben von - 17. November 2011 in Alltag, Biologie

 

Seminarfieber

Hach, Seminare. Ich liebe Seminare. Manche behaupten, ich übertreibe es ein wenig mit der Weiterbildung, aber ich finde, man kann gar nicht genug lernen. Klar, als Übersetzerin lernt man natürlich ohnehin ständig dazu. In jedem Arbeitstext stehen Dinge, die man vorher nicht wusste und die man entsprechend recherchieren muss. Es gibt ja auch KollegInnen, die deswegen Fortbildungsseminare unnötig finden.

Ach, wenn die wüssten, was ihnen entgeht! Es ist ja nicht nur so, dass man Neues lernt – obwohl das natürlich unweigerlich der Fall ist, wenn es nicht völlig schiefläuft –, viel wichtiger finde ich eigentlich, dass man dort so viele nette Menschen trifft, die denselben Beruf haben wie man selbst und doch alle ganz unterschiedlich arbeiten, andere Erfahrungen haben, sich anders organisieren – kurz, von denen man selbst so viel lernen kann. Wo sonst kann man den ganzen Abend lang über den Berufsalltag reden, ohne sein Gegenüber zu langweilen? Nicht, dass Übersetzer keine anderen Themen hätten als die Arbeit, aber manchmal fehlt der Einzelkämpferin am einsamen Schreibtisch doch die Möglichkeit zum Austausch mit Menschen, die ohne lange Erklärungen wissen, wovon sie redet.

Gut, für den reinen Austausch gibt es auch Stammtische. Seminare haben aber den Vorteil, dass sich dort KollegInnen aus ganz Deutschland und teilweise sogar aus einigen Nachbarländern tummeln – eine wunderbare Gelegenheit, sein Netzwerk zu erweitern, und das je nach Seminarthema oft auch noch im eigenen Fachgebiet.

Ich habe aus dem BDÜ-Seminar zur Anatomie für medizinische Übersetzer, auf dem ich an diesem Wochenende war, jedenfalls wieder viele interessante Fakten, Eindrücke und Erfahrungen mitgenommen. Ich weiß nicht, ob ich wirklich jemals für eine Übersetzung wissen muss, wie man eine laparoskopische Cholezystektomie vornimmt (das Video habe ich gesehen!), aber auf jeden Fall weiß ich jetzt, wo die Milz sitzt. Und dass es in Heidelberg wilde Sittiche gibt. Aber davon später mehr.

(298 Wörter)

 
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Geschrieben von - 14. November 2011 in Übersetzeralltag, Medizin, Weiterbildung

 

Der Spaßfaktor

Als ich noch häufiger Filme und Serien übersetzte (was heute leider nur noch selten vorkommt, da die Synchronstudios heute offenbar nicht nur nicht mehr zahlen wollen als vor 10 Jahren, sondern sogar noch weniger), bekam ich von Kolleginnen häufig ein neidvolles „Oooh“ zu hören, wenn ich das erwähnte. „Wird leider nicht besonders gut bezahlt“, fügte ich dann meist tröstend hinzu. „Ja, aber dafür macht es doch sicher total viel Spaß!“, rief dann die neidische Kollegin oft.

Klar, das stimmte schon, es machte sogar saumäßig viel Spaß, sonst hätte ich es ja auch nicht getan. Dialoge übersetzen liegt mir, die Synchronregisseure waren immer sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Damit tröstete ich mich auch immer selbst über die schlechten Honorare hinweg, ich sah den Spaß an der Arbeit sozusagen als ergänzendes Zahlungsmittel an.

Bis mich eine andere Kollegin mal auf die Absurdität dieser Argumentation aufmerksam machte. Es ist doch so: Wenn wir an einer Arbeit Spaß haben, dann erledigen wir sie auch besser, als wenn wir uns dabei langweilen. Wir stecken mehr Energie hinein, beschäftigen uns oft länger damit, als es nötig wäre, weil es doch eben so einen Spaß macht. Das sieht man den Ergebnissen dann auch an. Eigentlich müsste man uns also mehr zahlen statt weniger – entweder haben wir so viel Spaß dran, weil wir es einfach gut können, was eine bessere Bezahlung rechtfertigen würde, oder wir geben uns noch mehr Mühe, weil wir motivierter sind, was zu besseren Ergebnissen führt, die ebenfalls eine bessere Bezahlung rechtfertigen würden.

Hm. Ob sich ein Spaßzuschlag am Markt wohl durchsetzen könnte? Ich fürchte ja nicht. Aber zumindest ist der Spaßfaktor für mich kein Grund mehr, weniger Geld zu verlangen.

(276 Wörter)

 
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Geschrieben von - 8. November 2011 in Übersetzeralltag, Unternehmeralltag

 

Man lernt nie aus

Wir Sprachtanten und -onkel sammeln ja oft Wörter wie andere Leute Briefmarken. (Sammelt heute eigentlich noch irgendwer Briefmarken? Oder sammelt man inzwischen digitale Signaturen?) Ich freue mich jedenfalls immer wie ein kleines Kind, wenn ich über einen Ausdruck, einen Begriff, eine Redewendung stolpere, die ich noch nicht kannte.

Neulich war es für die Kinder mal wieder Zeit für den jährlichen Augenarztbesuch. Dabei bekommen sie Augentropfen, die die Pupillen weit stellen, damit die Ärztin ihre Werte genau ausmessen kann. Eine ziemliche Prozedur jedes Mal, zumal für den Kleinen, der offenbar die empfindlicheren Augen hat und dem das ziemlich weh tut. Nach den insgesamt drei Tropfdurchgängen lag er erschöpft und mürrisch in einer Ecke des Wartezimmers und wollte nur noch nach Hause. Als wir dann endlich ins Sprechzimmer durften, fragte ich die nette Augenärztin mehr aus Spaß, ob die Tropfen eigentlich auch schlechte Laune machen (dass sie müde machen, wusste ich).

„Oh ja“, sagte sie zu meiner Überraschung. „Im Beipackzettel steht‚dysphorisch‘.“

Juhu, ein neues Wort! Es gefällt mir so gut, dass ich es sofort in meinen aktiven Wortschatz zu integrieren versuche. Manche Montage machen mich zum Beispiel total dysphorisch. Und von zu wenig Schokolade wird man auch dysphorisch. Kaffee hilft bei mir oft gut gegen akute Dysphorie. „Hör auf zu nörgeln, Kind, du machst Mama ganz dysphorisch.“

Hach! Es geht doch nichts über die Erweiterung des Wortschatzes.

(225 Wörter)

 
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Geschrieben von - 3. November 2011 in Alltag, Medizin

 

Wie man ein Kanji nachschlägt

Glaubt’s oder nicht, so ein Video wollte ich auch schon drehen, um zu illustrieren, wie genau man japanische Kanji nachschlägt. Der großartige Stephen Fry wusste das nämlich auch nicht und bekommt es von zwei freundlichen Chinesen erklärt.

(Das Video ist auf Englisch und es geht um Chinesisch, aber ein Kanji-Lexikon ist genauso aufgebaut. Wem also diese Erklärung nicht ausführlich genug war, versteht hier vielleicht besser, was ich meinte.)

(67 Wörter)

 
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Geschrieben von - 28. Oktober 2011 in Übersetzeralltag, Japanisch

 
 
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