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„Makkaroni mit Käse“

17 Mai

Neulich las ich in einem ansonsten hervorragend übersetzten Buch wieder mal was von „Makkaroni mit Käse“. Gemeint war ein typisch amerikanisches Gericht, macaroni and cheese, kurz und knackig mac & cheese genannt.

Fällt eigentlich niemandem auf, dass diese Übersetzung nicht stimmt? Makkaroni sind im deutschen Sprachraum das, was die Italiener bucatini oder perciatelli nennen, nämlich lange, dünne Röhren (die man wegen ihrer ungünstigen Form eigentlich überhaupt nicht vernünftig essen kann, aber das mal nur am Rande). Macaroni dagegen sind leicht gebogene Hörnchennudeln, für die es im Deutschen ganz einfach keine Entsprechung gibt – außer eben „Hörnchennudeln“.

Und so sehen sie aus, die mac & cheese:

(Autor: Antilived, Quelle: Wikipedia)

Ich plädiere dafür, die Übersetzung „Makkaroni mit Käse“ flächendeckend abzuschaffen und durch „Nudeln mit Käse“ zu ersetzen. Oder was meint ihr?

(129 Wörter)

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10 Kommentare

Verfasst von - 17. Mai 2011 in Alltag, Übersetzungsfallen

 

10 Antworten zu “„Makkaroni mit Käse“

  1. isabo

    17. Mai 2011 at 21:52

    Oh. Danke für die Aufklärung, hab ich bestimmt auch schon irgendwo falsch gemacht.

     
  2. sonnenhexer

    17. Mai 2011 at 21:53

    Ich kenne Hörnchen noch als Lumachine 🙂

     
  3. Simone

    17. Mai 2011 at 22:25

    Hm, Tatsache! Ich kenne ja nur Spaghetti und Nudeln – erstere sind lang, dünn und spritzen in Kombination mit Tomatensoße beim Runterzutschen alles voll und letztere sind, naja, die ganzen restlichen Teigwaren eben. Dass es auch Spaghetti mit Loch drin gibt, wusste ich gar nich.. wieder was gelernt. Aber ich wette, die versauen einem genauso die Tischdecke!

     
  4. Vito

    17. Mai 2011 at 22:28

    Das Problem liegt vielleicht darin, dass es in Italien gar keine „Maccaroni“ gibt, sondern die gesuchten Nudeln Maccheroni heißen?

    Die Sorte, die viele hierzulande für „Makkaroni“ halten, heißt übrigens Maccheroncini. Vielleicht gibt es in Amerika ja einen ähnlichen Irrtum auf eine andere Nudelsorte. Wenn Dein Bild korrekt für „mac&cheese“ ist, meinen die Amis damit ja vielleicht eigentlich sowas wie Pipe Rigate?

     
    • frenja

      18. Mai 2011 at 07:09

      Ja, das stimmt. Große Terminologieverwirrung an dieser Stelle! Die englischen macaroni heißen auf Italienisch maccheroni, entsprechen aber trotzdem nicht den deutschen Makkaroni, sagt jedenfalls Wikipedia. Mit den maccheroncini bin ich mir nicht ganz so sicher, laut Marcella Hazan sind das ebenfalls kurze, dicke Röhrennudeln und die italienische Wikipedia setzt sie gleich mit maccaruni. Muss natürlich nicht stimmen, aber ich hatte schon immer den Verdacht, dass unsere Makkaroni gar nicht aus Italien stammen, sondern ein Abfallprodukt der Spaghettiherstellung sind. 😉

      Vielleicht sollten wir Makkaroni überhaupt ganz abschaffen, man kann sie eh nicht vernünftig essen. Ich setze gleich mal eine entsprechende Petition auf.

       
  5. Thijs van Dorssen

    18. Mai 2011 at 08:15

    Hat jemand das Rezept zum Nachkochen? Ich bekomme Hunger.

     
  6. Francisco Kuhlmann

    18. Mai 2011 at 08:47

    Ist doch egal, wie die heißen; sie müssen schmecken! 🙂

     
    • frenja

      18. Mai 2011 at 08:51

      Na, na, was ist denn das für eine Einstellung, Herr Kollege? 😉 Wenn ich die im Pasta-Kapitel in meinem aktuellen Kochbuch finde, müssen die im Deutschen dann schon auch richtig heißen!

       
  7. Diandra

    18. Mai 2011 at 10:03

    Na ja… auch wenn es nicht 1:1 richtig ist… solange die genaue Art der Nudeln nicht lebenswichtig für den Text ist, hätte ich eventuell gar kein Problem mit der ungenauen Übersetzung… zumal „Makkaroni mit Käse“ sich hierzulande im Sprachgebrauch doch auch eingebürgert hat – und überhaupt, welcher normale Mensch hat das denn schonmal gegessen? Im Ernst, die meisten meiner Freunde und Bekannten kennen das gar nicht, war aber beim letzten Disney-Abend ein großer Hit… ^^

    (Eigentlich bin ich ein Übersetzungs-Nazi… in der Übersetzung eines meiner Lieblingsbücher, vor mehr als zehn Jahren, wurde ein Absatz einfach weggelassen, da rege ich mich heute noch drüber auf… und der war für die Story auch nicht wichtig.)

     
    • frenja

      18. Mai 2011 at 12:18

      Hm, aber beim Lesen entstehen doch Bilder im Kopf. Warum muss man dann ein falsches Bild heraufbeschwören, wenn es doch auch anders ginge? Nur aus Bequemlichkeit? Da sehe ich mich als Übersetzerin in der Pflicht, dem deutschen Leser eine ähnliche Wirkung zu vermitteln wie dem amerikanischen, soweit das möglich ist. Wobei sämtliche Konnotationen („Comfort Food“, sättigend, schnell, Kindheit) natürlich eh verloren gehen, aber da gehen wir ja schon in die Übersetzungstheorie rein. 🙂

       

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