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Social Media für alle! Für alle?

05 Okt

Neulich war es mal wieder so weit: Bei einem Übersetzerstammtisch ging es um Facebook, Twitter und Co und ich war wieder mal die Einzige, die nicht nur zugab, sich da gelegentlich auch mal rumzutreiben (Subtext: statt zu arbeiten), sondern die sozialen Netzwerke gar als Marketinginstrument verstand und flammende Bekenntnisse pro social networking ablegte. Als ich dann noch erwähnte, dass ich nicht nur eine private, sondern sogar noch zwei Business-Seiten auf Facebook führe, und meine kleinen Visitenkärtchen mit all meinen Onlineadressen hervorzauberte, die ich für solche Fälle in der Tasche habe, da war ich dann endgültig das Wesen vom anderen Stern.

Zugegeben, es war ein Literaturübersetzer-Stammtisch. Da führt schon die Frage, ob man denn wirklich eine eigene Website braucht, zu ganz anderen Antworten als unter Fachübersetzern. Teilweise scheint es auch so ein Generationending zu sein, denn meiner Erfahrung nach halten auch viele etablierte KollegInnen nicht viel von diesem neumodischen Kram.

Anders als Kollegin Anne Diamantidis bin ich gar nicht der Meinung, dass Übersetzer, die sich fragen, ob sie sich im sozialen Netz präsentieren sollten, einem Zug hinterherwinken, der schon vor 2 Jahren abgefahren ist. Ich finde nicht, dass man einen Twitter- oder Facebook-Account einrichten muss, nur weil es offenbar inzwischen dazugehört.

Was mich aber wundert, ist die kategorische Ablehnung, auf die ich unter KollegInnen so oft stoße. Gehört denn Neugier nicht untrennbar zu unserem Beruf? Was spricht denn dagegen, es einfach mal auszuprobieren? Wem es nicht liegt, der kann es ja wieder sein lassen. Vielleicht erlebt man aber auch eine angenehme Überraschung, so wie ich. Nie hätte ich gedacht, dass mir Twitter und Facebook mal so lieb und teuer sein würden, und es hätte mir auch niemand vorher erklären können. Manches versteht man eben erst, wenn man es selbst ausprobiert.

(288 Wörter)

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3 Kommentare

Verfasst von - 5. Oktober 2011 in Übersetzeralltag

 

3 Antworten zu “Social Media für alle! Für alle?

  1. Miriam

    5. Oktober 2011 at 18:08

    Hallo Susanne,

    das kann ich von vorne bis hinten unterschreiben. Viele Kollegen lehnen es ab, denn sie glauben, dort treiben sich ja eh keine für Sie potenziellen Kunden rum. Ich verstehe es aber als eine Art Networking, die mir großen Spaß macht und oft tiefer geht, als das beim Stammtisch der Fall ist. Den Zeitfresserfaktor kann man natürlich nicht verleugnen, aber das muss eben jeder für sich selbst regeln. Es macht Spaß, man bzw. ich bekomme Input, manchmal schnelle Hilfe und kreative Ideen und dank Menschen wie Dir auch neue Kontakte. 😉

    Grüße nach Berlin

    Miriam

     
  2. Miriam Neidhardt

    5. Oktober 2011 at 18:13

    Meine Rede! Was ich alles für Leute kennengelernt habe, seit ich bei Twitter und Facebook mitmische! Was für Sachen ich erfahren habe, über Links von allen möglichen Leuten zu Artikel über alle möglichen Themen! Ich würd beides nicht mehr missen wollen. Dafür werd ich mit Google+ so gar nicht wam. Aber das alles mach ich, weil es mir Spaß macht – schlimm finde ich, wenn man 4 Tweets am Tag aushaut oder wöchentlich eine Umfrage bei Facebook startet oder Postings mit einem deutlichen Call to Action veröffentlicht und jeder merkt, dass das alles nur ungeliebtes Marketing ist. Oder gar Seminare zum Thema machen muss – gibt es eigentlich auch Kurse darüber, wie man auf einer Party mit den Leuten ins Gespräch kommt? Und wesentlich andes ist das doch nicht. Nur eben vom Sofa aus 🙂

    Gruß, Miriam

     
  3. Valerij Tomarenko

    9. Oktober 2011 at 13:19

    Hallo Susanne,

    absolut, wenn es auch natürlich ist und dementsprechend authentisch rüberkommt (eben nicht als Marketinginstrument oder „nur“ Marketinginstrument verstanden wird), gibt es dagegen nichts einzuwenden. Da die „Anderen“ sich immer noch dagegen stemmen, ist es eigentlich ein Vorteil für Dich. Ich habe auch eine Business-Seite auf Facebook angelegt, ordne die Sozialen Netzwerke aber eher dem B2C-Bereich zu, das sind nicht die (potentiellen) Kunden, die ich haben will (als Übersetzer bin ich zwar vereidigt, übernehme aber keine Übersetzungsaufträge von privaten Kunden (Urkunden usw.), das ich einfach nicht mein B2B-Markt). Vielleicht ist das „na, dann selber schuld“ nicht das beste Mittel, den eigenen Ärger über die „kategorische Ablehnung“ zu überwinden, aber so sind nun mal die anderen, lassen sich halt nicht glücklich machen, wie die Politiker wohl wissen: Social Media for alle, power to the people!

    Grüße von Hamburg nach Berlin

    Valerij

     

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