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Archiv für den Monat Januar 2012

Man höre und staune

Als Übersetzerin lernt man ja bekanntlich nie aus. Die tägliche Arbeit allein ist schon eine stetige Weiterbildung in sich, aber je nach Fachgebiet reicht das oft nicht. Nein, ich korrigiere: Wer sich nicht aktiv darum bemüht, in seinem Fachgebiet, ob nun Medizin, Europarecht, KFZ-Technik oder Wirtschaft, auf dem neusten Stand zu bleiben, der verliert schnell den Anschluss und damit die Möglichkeit, sich nicht nur als Sprachexperte, sondern auch als SpezialistIn in diesem Fachgebiet zu profilieren.

Wie man das erreicht? Zum einen bieten die großen Übersetzerverbände (BDÜ, ADÜ Nord, Aticom, VdÜ etc.) immer mehr Seminare an, die erfreulicherweise ein immer breiteres Spektrum an Spezialisierungen abdecken. Da muss man natürlich etwas Zeit und auch Geld investieren, aber ich persönlich bin schon allein wegen des Netzwerkeffekts ein großer Fan solcher Seminare. Je spezieller, desto besser. Es lohnt sich übrigens auch, sich über den Tellerrand hinaus in seinem Fachgebiet mal umzusehen – im letzten Jahr war ich beispielsweise bei der Bionnale und bei einer Weiterbildungsveranstaltung für Labortechniker, beides kostenlos und sehr interessant.

Eine weitere Möglichkeit ist das Lesen von Blogs, Artikeln etc. im jeweiligen Fachgebiet, und zwar in der bzw. den Fremdsprache(n) und in der Muttersprache. Das ist eine sehr gute Möglichkeit, up to date zu bleiben, allerdings fehlt mir dafür meist die Zeit und es bleibt bei den guten Vorsätzen.

Kürzlich habe ich etwas Neues für mich entdeckt: Podcasts! Über den iTunes Store findet man jede Menge Gratis-Podcasts zu allen möglichen Themen, in meinem Fall beispielsweise zu Wissenschaft und Medizin, und das in einer atemberaubenden Vielzahl von Sprachen. Das Gute: Ich muss mir dafür nicht extra Zeit nehmen, sondern höre nun Podcasts beim Radfahren, Zum-Bus-Laufen, Wäscheaufhängen etc. Super Sache!

Ich bin so begeistert davon, dass ich in den nächsten Artikeln meine Lieblingspodcasts in meinen Arbeitssprachen vorstellen werde, vielleicht nützt es ja jemandem. 🙂

(299 Wörter)

 
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Verfasst von - 30. Januar 2012 in Übersetzeralltag, Weiterbildung

 

Dienstleister

„Wissen Sie, wir verstehen uns eben als Dienstleister“, schrieb mir neulich eine Kundin, die Inhaberin einer kleinen Übersetzungsagentur. Ich hatte einen Miniauftrag im Wert von gnadenlosen 30 Euro für sie erledigt, bei dem es anschließend noch Änderungen („ach, die Rückseite war gar nicht aktuell, hier ist die richtige“) und Sonderwünsche („bitte in einem A4-Kuvert mit steifem Rücken schicken, sonst knickt es so“) gab. Unser aller Lieblingsaufträge, fummelig und unrentabel. Natürlich erfüllte ich letztendlich alle Wünsche, schlug aber im Gegenzug vor, ihre Endkundin könne solche Miniaufträge ja sammeln und mir einmal im Monat mehrere schicken statt einzeln im Abstand von einigen Tagen, um den Verwaltungsaufwand auf beiden Seiten möglichst gering zu halten. Daraufhin kam die eingangs zitierte Äußerung – sie wollte damit sagen, dass sie es aufgegeben haben, mit Kunden über mögliche und unmögliche Forderungen zu diskutieren, sondern nur noch lächeln, nicken und es irgendwie erledigen.

Ist tatsächlich das und nichts anderes wahre Dienstleistung? Auch ich verstehe mich schließlich als Dienstleisterin, deren oberste Priorität darin liegt, ihre Kunden zufriedenzustellen. Trotzdem gibt es für mich Grenzen. Ich füge mich gern in übergeordnete Arbeitsabläufe ein, wenn ich sie vorher kenne, aber ich lege nicht grundsätzlich Sonderschichten ein, um schlechte Planung oder Versäumnisse des Kunden auszugleichen. Natürlich helfe ich auch mal aus, wenn es brennt, dann aber gegen einen entsprechenden Zuschlag. Für meine Lieblingskunden reiße ich mir auch gern mal das eine oder andere Bein aus, aber sie sind gerade deswegen meine Lieblingskunden, weil sie es auch honorieren. Ich bin absolut für Kundenservice, aber deswegen degradiere ich mich nicht selbst zur Befehlsempfängerin.

Die Sache mit den steifen Kuverts, die ja das dreifache Porto kosten, habe ich übrigens folgendermaßen gelöst: Ich verschicke alle beglaubigten Übersetzungen ab jetzt in solchen Kuverts und erhöhe dafür etwas die Pauschalpreise, um die Mehrkosten aufzufangen. Win-win!

(295 Wörter)

 
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Verfasst von - 19. Januar 2012 in Übersetzeralltag, Unternehmeralltag

 

2011 in diesem Blog

Mein Blogjahr in Zahlen. Hübsch aufbereitet, findet ihr nicht?

Die WordPress.com Statistikelfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2011 an.

Hier ist eine Zusammenfassung:

Ein New York City U-Bahnzug faßt 1,200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 4.900 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

 
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Verfasst von - 1. Januar 2012 in Uncategorized