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Archiv für den Monat März 2012

Umami

Es gibt ja nicht viele japanische Lehnwörter im Deutschen, und die paar bekannten bezeichnen meist die Dinge oder Sportarten, mit denen sie zu uns gekommen sind: Sushi, Tatami, Judo, Karate, Aikido, Zen. Ein Wort aber taucht eher in wissenschaftlichen Zusammenhängen auf und benennt nicht etwa etwas typisch Japanisches, sondern etwas, das wir alle kennen: umami, die fünfte Geschmacksrichtung, die wir neben süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden können.

Neu ist der Begriff übrigens nicht, der japanische Wissenschaftler Kikunae Ikeda prägte ihn schon 1908, aber ich zumindest habe erst vor relativ kurzer Zeit zum ersten Mal davon gehört. Auf Japanisch schreibt sich umami so: 旨味. Das erste Zeichen (Kanji) bedeutet „wohlschmeckend, köstlich“ und das zweite steht für „Geschmack“. Umami heißt also nichts weiter als „köstlicher Geschmack“, womit diese Qualität ja eher unzulänglich beschrieben ist. Gemeint ist ein herzhafter, kräftiger Geschmack, der vor allem von der Glutaminsäure hervorgerufen wird, die in besonders großen Mengen beispielsweise in Parmesan, Tomaten, Fleisch und interessanterweise auch in der Muttermilch vorkommt.

Es gibt übrigens auch das entsprechende Adjektiv umai (旨い), das einem vor allem als begeisterter Ausruf über den Weg läuft, wenn etwas richtig lecker ist. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass ich das jemals von einer Frau gehört habe (die sagen oishii), dafür umso häufiger von Männern nach dem ersten Schluck Bier.

Ich würde mir ja wünschen, dass umami auch in die Alltagssprache übergeht. „Und, schmeckt’s?“ – „Ja, ganz gut, könnte aber ein bisschen umamier sein.“

(240 Wörter)

 
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Verfasst von - 22. März 2012 in Alltag, Japanisch

 

Auf die Ohren: Deutsche Podcasts

Die schönsten fremdsprachigen Podcasts (die japanischen, französischen und englischen meiner Wahl habe ich ja schon vorgestellt) nützen der engagierten Übersetzerin ja nichts, wenn sie sich nicht auch in der Zielsprache in die Thematik einhört. In der letzten Folge dieser kleinen Reihe möchte ich daher meine Lieblings-Podcasts auf Deutsch in den Bereichen Wissenschaft und Medizin vorstellen.

Vom Deutschlandradio gibt es gleich zwei sehr interessante Podcasts: Forschung aktuell (aktuelle Wissenschaftsnachrichten, unter 5 Minuten) und Wissenschaft im Brennpunkt (halbstündige Beiträge zu einem Thema). In beiden Reihen finden sich außerdem „Sternzeit“-Beiträge, kleine Zweiminüter aus dem Bereich Astronomie.

Hörenswert ist auch der Fraunhofer Podcast (ja, die schreiben das ohne Bindestrich *seufz*), in dem aktuelle Forschungsergebnisse aus den Fraunhofer-Instituten in den verschiedensten Disziplinen vorgestellt werden.

Die Radiosendung Leonardo im WDR gibt es ebenfalls als Podcast – Reportagen und Interviews zu verschiedenen Wissenschaftsthemen, schön verständlich aufbereitet.

Ebenfalls sehr empfehlenswert finde ich den Zeit Wissen-Podcast, der leider nur alle 2 Monate erscheint. Auch hier wechseln sich Reportagen und Beiträge zu verschiedenen Themen mit Interviews ab.

Schon lange höre ich mit großer Begeisterung Die Profis von Radio 1. Dr. Mark Benecke, der gern als „bekanntester Kriminalbiologe der Welt“ tituliert wird, stellt hier jeweils ein skurriles Thema vor – merkwürdige Forschungsergebnisse, kaum bekannte Phänomene, das Neuste aus der kuriosen wissenschaftlichen Forschung. Immer wissenschaftlich und dabei extrem unterhaltsam. Eine Goldgrube des unnützen Wissens!

Der Vollständigkeit halber möchte ich auch noch zwei Podcasts des Wissenschafts-Bloggers Thomas Wanhoff vorstellen: Wanhoffs Wunderbare Welt der Wissenschaften liefert aktuelle Nachrichten aus der Wissenschaft, im ScienceBlog-Podcast gibt er einen Überblick über die neusten Artikel in den ScienceBlogs. Interessante Themen, mich ärgern allerdings die gelegentlichen Seitenhiebe auf alles, was als nicht wissenschaftlich wahrgenommen wird, ob Alternativmedizin, Gentechnik-Gegner oder die Anti-Atomkraft-Bewegung. In meinen Augen unnötig, sonst gefällt mir Themenauswahl und Präsentation nämlich gut.

(292 Wörter)

 
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Verfasst von - 5. März 2012 in Biologie, Medizin, Weiterbildung