RSS

Umami

22 Mrz

Es gibt ja nicht viele japanische Lehnwörter im Deutschen, und die paar bekannten bezeichnen meist die Dinge oder Sportarten, mit denen sie zu uns gekommen sind: Sushi, Tatami, Judo, Karate, Aikido, Zen. Ein Wort aber taucht eher in wissenschaftlichen Zusammenhängen auf und benennt nicht etwa etwas typisch Japanisches, sondern etwas, das wir alle kennen: umami, die fünfte Geschmacksrichtung, die wir neben süß, sauer, salzig und bitter unterscheiden können.

Neu ist der Begriff übrigens nicht, der japanische Wissenschaftler Kikunae Ikeda prägte ihn schon 1908, aber ich zumindest habe erst vor relativ kurzer Zeit zum ersten Mal davon gehört. Auf Japanisch schreibt sich umami so: 旨味. Das erste Zeichen (Kanji) bedeutet „wohlschmeckend, köstlich“ und das zweite steht für „Geschmack“. Umami heißt also nichts weiter als „köstlicher Geschmack“, womit diese Qualität ja eher unzulänglich beschrieben ist. Gemeint ist ein herzhafter, kräftiger Geschmack, der vor allem von der Glutaminsäure hervorgerufen wird, die in besonders großen Mengen beispielsweise in Parmesan, Tomaten, Fleisch und interessanterweise auch in der Muttermilch vorkommt.

Es gibt übrigens auch das entsprechende Adjektiv umai (旨い), das einem vor allem als begeisterter Ausruf über den Weg läuft, wenn etwas richtig lecker ist. Ich kann mich allerdings nicht erinnern, dass ich das jemals von einer Frau gehört habe (die sagen oishii), dafür umso häufiger von Männern nach dem ersten Schluck Bier.

Ich würde mir ja wünschen, dass umami auch in die Alltagssprache übergeht. „Und, schmeckt’s?“ – „Ja, ganz gut, könnte aber ein bisschen umamier sein.“

(240 Wörter)

Advertisements
 
2 Kommentare

Verfasst von - 22. März 2012 in Alltag, Japanisch

 

2 Antworten zu “Umami

  1. Miriam

    22. März 2012 at 13:14

    Sehr interessant. Ich dachte immer, umami würde salzig-herzhaft bezeichnen, weil ich bei umami immer an Umeboshi-Pflaumen denke. Frag mich nicht, warum.

     
  2. frenja

    22. März 2012 at 13:40

    Na, wegen des „um“ wahrscheinlich, oder? Hat aber nichts miteinander zu tun, „ume“ heißt einfach „Pflaume“. (Toll, beim Gedanken an Umeboshi hab ich plötzlich den Mund voller Spucke.)

     

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: