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Immer schön strategisch denken

22 Mai

Eben las ich schon wieder einen Artikel darüber, wie man als Unternehmen richtig twittert. Man brauche eine „Twitter-Strategie“, lese ich oft, wahlweise auch eine „Facebook-Strategie“, um seine Marke zu positionieren, Bindung zu den potenziellen Kunden aufzubauen, gar eine „Community“ aufzubauen auf seiner Facebook-Business-Seite.

Ich will dazu mal eine provokante These in den Raum stellen: Wem man Twitter oder Facebook erst umständlich erklären muss, für den ist das wahrscheinlich nicht der richtige Kanal.

Ich selbst bin ja leidenschaftliche Twitter– und Facebook-Nutzerin. Ich nutze beides sowohl privat als auch beruflich, teilweise unter verschiedenen Accounts, manchmal gibt es auch Überschneidungen. Was ich aber nicht getan habe: mir vorher eine Strategie zurechtgelegt, wie ich „richtig“ twittere oder facebooke.

Mir kommen beim Thema „Mitmischen im Social Web“ immer zwei Dinge in den Kopf: Seilspringen und Fliegenlernen.

Erinnert ihr euch noch an das Gruppenspringen auf dem Spielplatz/Schulhof, wo zwei Schwinger ein langes Seil schwangen und in der Mitte mehrere Springer gleichzeitig hüpften? Wenn man sich einklinken wollte, stellte man sich erst mal daneben und nahm den Rhythmus des Seils in sich auf, sprang sozusagen im Kopf mit, bevor man sich zu den anderen in der Mitte gesellte. Das wäre die einzige Social-Media-Strategie, die ich empfehlen würde: Erst mal gucken, wie es die anderen machen, und irgendwann einfach „mitspringen“.

Was das Fliegenlernen angeht, das wird bei Douglas Adams schön beschrieben: Man muss sich dafür zu Boden fallen lassen, diesen aber verfehlen. Man muss also danebenfallen. Soll heißen: Erfolgreich im Social Web mitmischen kann man paradoxerweise eigentlich nur, wenn man es nicht darauf anlegt. Man riecht sie nämlich, diese Strategie-Befolger, und sie sind vor allem eins: langweilig und unauthentisch. Ich folge Menschen, keinen Marken, ich möchte auch mal Persönliches lesen und nicht nutzeroptimiertes Marketing-Blabla. Auch auf Facebook-Business-Seiten.

Und ihr so?

(293 Wörter)

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4 Kommentare

Verfasst von - 22. Mai 2012 in Marketing, Unternehmeralltag

 

4 Antworten zu “Immer schön strategisch denken

  1. The Interpreter Diaries

    23. Mai 2012 at 13:12

    Thank you for the blast from the past! I lived and breathed Douglas Adams as a kid ;). Here’s the original „How to Fly“ excerpt from The Hitch-Hiker’s Guide to the Galaxy, for your readers‘ enjoyment and edification: http://www.extremelysmart.com/humor/howtofly.php

    Thanks for the posts, I really enjoy everything you produce here on 300 Words.

     
    • frenja

      23. Mai 2012 at 13:17

      Thanks for the link and your kind words, Michelle! 🙂 Been to busy to blog recently, but have another 2 posts in the pipeline again.

       
      • The Interpreter Diaries

        27. Mai 2012 at 23:01

        Busy is good! And blogging takes time and commitment (even when you „only“ have to come up with 300 words). I look forward to reading your upcoming posts!

         
  2. Miriam

    29. Mai 2012 at 13:18

    Liebe Susanne,

    das ist ein Thema, über das ich auch schon öfter nachgedacht habe. Denn ich persönlich finde die ganzen Strategien etc. komplett überflüssig, nein mehr noch, total abtörnend. Authentizität entsteht in solchen Profilen, die genau geplant werden, selten und leider merkt man den Accounts auch meist recht schnell an, dass sie nur dem Zweck der Strategie dienen. Und das ist so schade, denn Social Media ist ja so viel mehr und macht meines Erachtens erst Spaß, wenn es spontan und ehrlich ist.

     

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