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Archiv für den Monat Oktober 2012

Sommer im Büro

Im letzten Posting hatte ich ja das Hohelied des Sommerbüros angestimmt – wunderbar für alle, die in Arbeit ertrinken, aber trotzdem nicht auf ihre wohlverdiente Pause verzichten möchten. Aber was macht man im umgekehrten Fall? Wenn das erste Halbjahr so mau lief, dass man sich keinen Urlaub leisten kann? Wenn man kein größeres Projekt am Wickel hat, mit dem man in Arbeitsklausur gehen kann?

Wie schon gesagt, es ist keine gute Idee, das Tagesgeschäft einfach woanders weiterzuführen. Die fehlende gewohnte Infrastruktur mit schneller Internetverbindung, Telefon ohne Roaminggebühren und ergonomischem Arbeitsplatz sorgen schnell für noch mehr Stress, und das ist ja nicht der Sinn der Sache. Trotzdem gibt es Alternativen zu der tristen Aussicht, den Sommer einfach durchzuarbeiten, während die Kolleginnen sich am Strand aalen, denn eine Pause braucht jeder, um mal den Kopf freizubekommen. Hier ein paar Vorschläge:

  • Kurzreisen: Ein verlängertes Wochenende am Meer oder in den Bergen kann einen richtigen Urlaub zwar nicht ersetzen, lädt aber die Batterien wieder auf. Jeder Tapetenwechsel macht den Kopf frei!
  • Kundenbesuch: Vielleicht gibt es ja eine Stadt oder Region, in der mehrere Kunden ansässig sind? Eine ruhige Sommerwoche lässt sich hervorragend nutzen, um mal persönlich vorbeizuschauen. Der Nasenfaktor ist nicht zu unterschätzen – man tut also etwas für die Kundenbindung und verbindet das Nützliche noch mit einer schönen Städtereise. Bonus: Die Reisekosten lassen sich als Geschäftsausgaben verbuchen, und vielleicht wohnen ja sogar Verwandte oder Freunde in der Nähe?
  • Fortbildung: Nicht nur Kundenbesuche, sondern auch Messen, Symposien und andere Branchenveranstaltungen lassen sich gut mit einer Kurzreise verbinden. Auch hier der Vorteil: als Geschäftskosten absetzbar.
  • Stammtische: In vielen Städten gibt es regelmäßige Übersetzerstammtische. Endlich genug Zeit, sich da mal blicken zu lassen und zu netzwerken, was das Zeug hält!

Kein Grund also, den Kopf hängen zu lassen, wenn es mal nichts wird mit dem Urlaub!

(300 Wörter)

 

Sommerbüro

Hui, das war aber eine lange Sommerpause! Von wegen Sommerloch, ich hatte zu tun, schönen Dank auch. Nein, wirklich, vielen Dank an meine lieben Kunden, es waren lauter tolle Projekte, die mich auf Trab hielten.

Nun ist es aber so: Wenigstens einmal im Jahr braucht auch die fleißigste Übersetzerin eine Pause, und zwar eine längere, sonst ist irgendwann die Luft raus. Auch die Familie schreit zu Recht nach Zuwendung und Aufmerksamkeit. Was tut also die listenreiche Übersetzerin? Sie eröffnet ein Sommerbüro an einem Urlaubsort ihrer Wahl.

Doch Achtung, „Sommerbüro“ bedeutet nicht „sie nimmt sich Arbeit mit in den Urlaub“. Das wird nichts! Ein Sommerbüro will gut geplant sein und muss strenge Auflagen erfüllen:

  1. Kein Tagesgeschäft! Glaubt mir, das funktioniert nicht. Enge Deadlines und hektische Rückfragen vertragen sich einfach nicht mit einem entspannten Sommerbüro. Was da alles schief gehen kann, musste zum Beispiel Marta Stelmaszak leidvoll erfahren.
  2. Transportable Internetverbindung mitnehmen! Man sollte sich nie drauf verlassen, dass das versprochene WLAN auch bis zum Arbeitsplatz reicht. Vorher Plan B überlegen!
  3. Separater Arbeitsplatz! Wichtig für das Sommerbüro mit Familie: Ein Ort muss für die Arbeit reserviert sein. Das kann ein Zimmer in der Ferienwohnung sein (mit Tür!), zur Not auch ein Internetcafé in der Nähe.
  4. Arbeitszeiten festlegen und dran halten!
  5. Vorher ankündigen! Für meine Kunden war das Ganze quasi ein langer Urlaub, denn ich sagte vorher schon Bescheid, dass ich zwar Mails und Anrufe entgegennehme, sonst aber konzentriert an einem Projekt arbeite und anschließend zwei Wochen „richtigen“ Urlaub mache. Siehe Punkt 1.

Fazit: So ein Sommerbüro ist vor allem dann eine gute Idee, wenn man eigentlich zu viel zu tun hat, um Urlaub zu machen. Wenn man anschließend noch etwas richtigen Urlaub dranhängt, ist man außerdem schon mal grundentspannt und erholt sich besser. Das mache ich bestimmt mal wieder. Muss ja nicht im Sommer sein!

(300 Wörter)

 
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Verfasst von - 17. Oktober 2012 in Übersetzeralltag