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Archiv für den Monat Januar 2016

Die Kinder der Übersetzerin

Kinder sind wunderbar. Eine Bereicherung. Ein Geschenk. Und sie können etwas ganz Besonderes: ihre Eltern in Millisekunden von Null auf Palmenkrone bringen. Weil sie die Alten genau kennen, weil sie genau wissen, welche Knöpfe sie drücken müssen.

Bei mir sind das oft sprachliche Knöpfe, wen wundert’s. Wenn meine Kinder mich ärgern wollen, sagen sie Sachen wie: „Aber Mama, das macht doch keinen Sinn!“ oder „Da brauch ich gar nicht erst mit anfangen.“ Kreisch! Wörtlich aus dem Deutschen übersetztes Pseudo-Englisch zu sprechen, habe ich ihnen inzwischen streng verboten, „weil der Mama da die Ohren bluten.“ (Ich wollte eben ein Beispiel aufschreiben, aber ich kann nicht. Es tut einfach zu weh.)

Worüber wir uns allerdings gemeinsam köstlich amüsieren können, ist das von ihnen fließend beherrschte Minecraft-Sprech. „Mann, der hackt [gesprochen: häckt] doch voll! Wenn der mich jetzt onehittet, dann reporte ich den aber!“ – (Zum Bruder:) „Nee, du musst erst leaven, bevor du auf den Server raufjoinen kannst.“ (RAUFJOINEN! Was für ein großartiges Wort!) – „Boah, das laggt hier voll. Ist bestimmt ein Bug, ich leave mal, dann kann ich das fixen.“ – „Na toll, jetzt leavt der instant, ist ja wohl voll unfair!“

Ich könnte ihnen stundenlang zuhören. Das ist fast so schön wie Beratersprech! Ich sehe für beide eine rosige Zukunft im gehobenen Management. Bin jetzt schon stolz.

(215 Wörter)

 
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Verfasst von - 26. Januar 2016 in Alltag, Sprache

 

Mein 2015

Bevor es hier so richtig wieder in die Vollen geht: Vielleicht hat sich der eine oder die andere ja gefragt, was ich wohl das letzte Jahr über so getrieben habe, dass ich gar keine Zeit (oder sagen wir mal Muße) zum Bloggen hatte. Bitte sehr, das war mein 2015:

  • Ich war auf Konferenzen in Warschau (TLC), Freiburg (TriKonf) und Miami (ATA 56). Jawohl, Miami. Es war so großartig, dass ich das Programm dieses Jahr quasi wiederhole, minus Freiburg (weil die TriKonf nicht jedes Jahr stattfindet) und mit San Francisco statt Miami. An dieses Jetset-Leben könnte ich mich wirklich gewöhnen! Wer den lieben langen Tag allein am Schreibtisch sitzt, muss einfach ab und zu mal unter Leute, um nicht vollends wunderlich zu werden.
  • Wenn ich mich nicht gerade auf Übersetzer-Konferenzen herumtrieb, war ich auf diversen Fachmessen oder Kongressen: auf der IDS in Köln, auf der Buchmesse in Leipzig und in Frankfurt, auf der re:publica (praktischerweise vor der Haustür), auf dem Workshop-Wochenende des wunderbaren Texttreffs, auf einem BDÜ-Seminar zum Thema Kardiologie und bei einem Übersetzer-Workshop der German Society des Chartered Institute of Linguists.
  • Ich habe 14 Bücher übersetzt. Vierzehn! Na gut, einige hatten nicht viel Text. Andere dagegen schon, ein oder zwei hielten mich gar über Monate in Atem.

Noch Fragen? Faul war ich jedenfalls nicht. 2016 lässt sich übrigens auch nicht viel ruhiger an – geplant sind bisher nicht weniger als 4 Konferenzen, ein Messebesuch, ein BDÜ-Seminar und natürlich das Texttreff-Wochenende. Eine Weiterbildung zum Medical Writer steht ebenfalls auf der Liste. Ganz zu schweigen von diversen MOOCs und anderen Weiterbildungsaktivitäten.

Ob ich mir einen Sponsor suchen sollte, damit ich in Vollzeit Konferenzen besuchen und meinen Horizont erweitern kann?

(271 Wörter)

 
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Verfasst von - 22. Januar 2016 in Übersetzeralltag, Weiterbildung

 

Neujahrsputz

Hallo?

Liest hier überhaupt noch jemand mit?

Ich könnte es niemandem verdenken, der es inzwischen aufgegeben hat, hier nach neuen Beiträgen zu schauen. Zu lange ist mein letzter Artikel her, und auch davor klaffte ja schon eine gewaltige Lücke.

Im letzten Oktober lernte ich auf der TriKonf meinen reizenden Kollegen Fabio Said kennen, dessen Blog „Fidus Interpres“ ich immer sehr gern gelesen habe. Vor einigen Jahren gab er es zur großen Bestürzung vieler KollegInnen auf, weil es ihn schlicht zu viel Zeit kostete, wie er mir anvertraute. „Du bloggst ja auch nicht mehr, nicht?“, sagte er dann zu mir.

Das saß. Wieso, natürlich blogge ich noch! Na gut, der letzte Artikel ist schon eine ganze Weile her, aber deswegen habe ich doch nicht gleich aufgehört! Oder etwa doch?

Im letzten Jahr habe ich mir dank eines Stipendiums des Deutschen Übersetzerfonds einige Weiterbildungskurse gegönnt, für die ich mir sonst nicht die Zeit und das Geld genommen hätte. (Was ich 2015 sonst noch so getrieben habe, erzähle ich lieber in einem eigenen Beitrag – Geduld!) Darunter war auch ein zweitägiger Workshop zum Kreativen Schreiben. Nein, ich habe keinen Roman in der Schublade und auch keine entsprechenden Ambitionen. Aber ich schreibe gern, das haben mir diese zwei intensiven Tage deutlich gemacht, und das Schreiben fehlt mir.

Wenn die Pause lang genug ist, wird paradoxerweise die Hemmschwelle immer höher, mal wieder einen neuen Artikel zu veröffentlichen. Man kommt aus der Gewohnheit raus, schnell etwas aufzuschreiben, das einem durch den Kopf geht, und wenn man nachdenkt, fällt einem kein Thema ein. Konstant ist nur das schlechte Gewissen.

Doch in der Weihnachtspause packte es mich dann doch plötzlich wieder. Mit dem Bloggen ist es bei mir vermutlich so wie mit dem Laufen: Nicht lange nachdenken, einfach machen.

Und da bin ich wieder. 🙂

(294 Wörter)

 
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Verfasst von - 19. Januar 2016 in Uncategorized