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Stürmische Zeiten

02 Sep

Vielleicht hat sich der eine oder andere schon gewundert, warum ich in letzter Zeit so selten zum Bloggen kam – 300 Wörter sollten eigentlich immer drin sein, oder? Tja, der August war ganz untypisch dermaßen pickepackevoll mit Arbeit, dass mir nicht viel Zeit für anderes blieb, dazu kam noch der Schuljahresbeginn samt Einschulung und dann, weil es ja immer ganz dicke kommt, wenn es kommt, gab es auch noch einen privaten Schicksalsschlag zu verkraften, der mir ziemlich plötzlich den Boden unter den Füßen wegzog.

Ohne darauf jetzt näher eingehen zu wollen, hat mir diese Extremsituation aber auch mal wieder vor Augen geführt, wie schlecht ich darauf vorbereitet bin, dass ich mal eine Weile ausfallen könnte. Man weiß genau, man sollte einen Plan B haben und für gewisse Eventualitäten vorsorgen – aber Hand aufs Herz, wie viele Freiberufler können das von sich behaupten? Ich habe mal eine kleine Checkliste angelegt von Dingen, um die ich mich in nächster Zeit wirklich kümmern müsste werde:

  • Krankentagegeld (Derzeit um die 25 € ab dem 43. Tag – ein Witz, wenn ich tatsächlich länger ausfiele, aber mit 27 schien mir das besser als nichts. In den letzten 11 Jahren war ich tatsächlich nicht einmal richtig krank, aber will ich mich in Zukunft darauf verlassen?)
  • finanzielles Polster (Mit den Ausgaben für 3 Monate auf der hohen Kante würde ich sicher ruhiger schlafen.)
  • Instruktionen hinterlegen für die Benachrichtigung von Kunden etc., falls ich vorübergehend nicht an den Schreibtisch kann
  • Liste von KollegInnen aufstellen, denen ich im Notfall mit gutem Gewissen aktuelle Projekte überlassen kann
  • Unfallversicherung abschließen (Ich fahre schließlich täglich mit dem Fahrrad durch die Großstadt!)

Habe ich was vergessen? Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr das alles geregelt?

(278 Wörter)

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7 Kommentare

Verfasst von - 2. September 2011 in Alltag, Unternehmeralltag

 

7 Antworten zu “Stürmische Zeiten

  1. lingoas

    2. September 2011 at 22:35

    Eine Umfallverscherung habe ich schon, mehr davon auch nicht. Und auch wenn diese zweifellos notwenigen Maßnahmen nicht bei allen Freiberuflern sofort umsetzbar sind (wo sparen?) ist es auch eine Einstellung, dass wir auf uns besser aufpassen sollen, um ruhiger schlafen zu können, ja, um mehr vom Leben zu haben, gerade dann wenn dieses mit uns böse spielt. Es ist gut, dass du uns daran erinnerst. Alles Gute!!

    PS: Fahrradhelm nicht vergessen 😉

     
    • frenja

      2. September 2011 at 22:49

      Oh ja, Fahrradhelm hab ich immer auf und Warnweste an auch, bin ja nicht lebensmüde! 🙂

      Was mich daran so aufgerüttelt hat, war vor allem, dass es mich gar nicht direkt betreffen muss, um mich ins Schlingern zu bringen. Mir ist ja nichts passiert, aber manchmal reicht eben ein Ereignis aus dem näheren Umfeld, auf das man einfach keinen Einfluss hat. Wenn in so einer Situation dann einfach Automatismen greifen und man sich darum nicht auch noch extra kümmern muss, das hilft doch ungemein.

       
  2. Diandra

    4. September 2011 at 11:47

    Bin zwar (noch?) keine Freiberuflerin, aber trotzdem die meiste Zeit damit beschäftigt, einfach nur zu rennen, damit ich nicht hinter das „heute“ zurückfalle. Aber in meinem „Alt“-er denkt man wahrscheinlich sowieso noch, dass man sowohl unsterblich als auch unbesiegbar ist… hoffen wir, dass das noch eine Weile so bleibt, ehe ich alles geregelt kriege. ^^

     
  3. The Interpreter Diaries

    5. September 2011 at 01:16

    Eine sehr gute Liste. Vielen Dank!

    Das mit dem kleinen finanziellen Polster habe ich schon einigermassen hingekriegt, aber in den letzten Jahren (eigentlich seit es Kinder im Hause gibt), hatte ich immer wieder gedacht, wie meine Familie über die Runde kommen würde, wenn meine Einkünfte mal für längere Zeit, oder sogar für immer ausfallen würden. Deswegen habe ich vor kurzem eine Versicherung (besonders für Dolmetscher entwickelt, übrigens) abgeschlossen, gegen Langzeitarbeitsunfähigkeit und (schluck!) Todesfall. Und seitdem schlafe ich tatsächlich viel ruhiger…

    Eine Liste von Kontonummer usw liegt auch in einer unauffälliger Ecke meines Schreibtisches, falls mal jemand die Information braucht und ich sie nicht persönlich mitteilen kann.

    Jemand hat mir mal gesagt: „Wenn Du nicht willst, dass es regnet, nimm den Regenschirm doch mit! Dann bleibt das Wetter garantiert trocken“ 😉 Words to live by …

     
    • frenja

      5. September 2011 at 09:26

      Ist das etwas anderes als eine Berufsunfähigkeitsversicherung? Die habe ich auch schon von Anfang an, allerdings würde der Betrag wohl nicht wirklich zur kompletten Absicherung ausreichen. Hatte auch noch keine Kinder, als ich sie abschloss. Aber besser als nichts ist sie allemal …

       
    • lingoas

      5. September 2011 at 13:17

      Das hatte ich bis heute auch noch nie gehört, eine Berufsunfähigkeitsversicherung für Dolmetscher entwickelt, und klingt auf jedem Fall interessant (ich habe nämlich gar keine). Welche sind die Besonderheiten? Danke

       
  4. Francisco Kuhlmann (@FranciscoWHV)

    5. September 2011 at 17:34

    Tja, es gibt so Momente, da fällt einem so etwas alles ein. Ich kämpfe auch gerade mit den Überlegungen zu Krankentagegeld und Berufsunfähigket – unter anderem angespornt durch die Todesmeldung meines Freundes aus Kindheitstage (mit 46 J. – kein Alter, eigentlich). Durch dieses Ereignis sind diese Planungen wieder auf meiner Agenda nach vorne gerutscht.

    All the best, auch für die privaten Schicksalssschläge

     

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